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Tipps & Tricks – So bereiten Sie Ihren öffentlichen Auftritt optimal vor

Expertentipps von der mbw

Die mbw unterstützt ihre Kunden nicht nur bei der Planung und Durchführung von Veranstaltungen, sondern bietet auch individuelle Trainings an, unter anderem zur Vorbereitung auf öffentliche Auftritte. Janina Singer, Redakteurin der mbw GmbH spricht mit Karen Just, Accountmanagerin für Kommunikationstrainings über die ideale Vorbereitung.

Ein wichtiger Termin steht an. Die Nerven flattern. Der Puls rast. Die Hände sind feucht und im Bauch tobt ein halber Orkan. Und das alles, weil ein öffentlicher Auftritt ansteht. Egal ob Kundenpräsentation, Podiumsdiskussion oder ein Vortrag bei einem Kongress – die Nervosität ist selbst bei „alten Hasen“ oft noch groß. Karen Just hat in ihrer langjährigen Arbeit als Accountmanagerin für Kommunikationstrainings bei der mbw viele nützliche Tipps erarbeitet, die gegen das große Nervenflattern helfen

Janina Singer: Eine große Frage treibt viele Menschen um, die irgendwo irgendwann mal vor anderen sprechen müssen: Wie bekommt man sein Lampenfieber in den Griff?

Karen Just: Das ist eine Frage der Sichtweise. Lampenfieber wird immer als etwas Negatives gesehen – so ist das aber nicht! Lampenfieber zu haben ist gut! Denn es bringt unseren Körper in Fahrt, unser Hirn auf Hochtouren und es treibt uns zu Höchstleistungen an. Wichtig dabei ist natürlich, dass das Lampenfieber uns nicht beherrscht. Dann ist es kontraproduktiv und wir können nicht mehr klar denken.

Wie kann man denn vermeiden, dass das Lampenfieber die Überhand gewinnt?

Zunächst einmal sollte man nicht vergessen zu atmen. Das klingt so einfach, wird jedoch sehr oft falsch gemacht. Wenn die Aufregung steigt, einfach ein paar Mal hintereinander tief und langsam ein- und ausatmen. Sich einen Moment nur auf die Atmung konzentrieren und die Luft im Körper spüren, wie sie ein- und ausfließt. Außerdem hat es sich bewährt, in der Aufregungsphase an etwas Schönes zu denken, also z.B. an den letzten Urlaub, an Menschen, die einem wichtig sind oder an einen Moment, in dem man vollkommen glücklich war.

Gehen wir mal einen Schritt zurück, zur Vorbereitung. Man sagt immer, dass eine perfekte Vorbereitung auf einen öffentlichen Auftritt das A und O ist. Wie bereitet man sich vor?

Was Sicherheit gibt ist, den Ablauf des Auftritts im Vorfeld mehrmals durchzugehen. Dazu gehört es auch sich über die Gegebenheiten vor Ort zu informieren, also über die genaue Örtlichkeit und wie man am besten anreisen kann. Öffentlich oder mit dem Auto? Gibt es Parkplätze? Meistens findet man diese Informationen online.

Nach der Mittagspause müssen alle aus dem Suppenkoma geholt werden

Was man beim Veranstalter erfragen kann sind Dinge wie der Rahmen der Veranstaltung und die Teilnehmerzahl. Wer sind die Teilnehmer und wie ticken sie? Wie sieht der Raum aus, in dem ich auftrete? Komme ich mit der Technik klar? An wen kann ich mich wenden, wenn etwas nicht läuft?

Auch wichtig ist die Reihenfolge der Redner. Es kann für den Inhalt der Rede hilfreich sein zu wissen, wer vor und nach eine spricht und ob der eigene Vortrag eher am Anfang der Veranstaltung stattfindet, wenn noch alle aufmerksam zuhören oder eher am Schluss, wenn alle nur noch nach Hause wollen. Oder sogar nach der Mittagspause, wenn erst alle aus dem Suppenkoma geholt werden müssen.

Du hast es grade schon angedeutet: Das Publikum, vor dem man steht, ist auch nicht unwichtig. Sollte oder kann man sich darauf auch vorbereiten?

Jedes Publikum ist anders und darauf sollte man unbedingt vorbereitet sein. Möglichst viel über sein Publikum herauszufinden und sich ein konkretes Bild über sein Auditorium zu machen ist sehr empfehlenswert. Das fängt schon damit an, welches Fachwissen man voraussetzen kann. Wichtig ist auch, warum die Menschen sich den eigenen Vortrag anhören, was Sie sich davon erhoffen. Aber es hilft auch etwas über die Interessen, die politische Einstellung oder die Lebensweise des Publikums zu wissen. Dann kann man den Auftritt besser darauf zuschneiden und die Chancen alle einzufangen und zu begeistern sind größer.

Das ist das richtige Outfit für den öffentlichen Auftritt

Wie wichtig ist aus Deiner Sicht das Outfit, das man trägt? Hat das heute noch eine Relevanz?

Aus meiner Sicht ist das Outfit ein elementares Thema. Der Dresscode richtet sich heute aber nach der Branche. Generell gilt: Je jünger die Branche, desto lockerer geht es zu. Im Umfeld von Start-ups sind eher Turnschuhe und Freizeitlook angesagt. Bewegt sich der Auftritt in Wirtschafts-, Finanz- oder Politikkreisen, sind immer noch Anzug oder zumindest Jeans und Sakko für Männer, Kostüm oder elegante Kombi aus Hose und Oberteil für Frauen üblich.

Wenn man sich nicht sicher ist, sollte man im Vorfeld bei den Veranstaltern oder anderen Insidern nachfragen, was sie empfehlen. Das Wichtigste ist aber, sich in der Kleidung wohlzufühlen und authentisch zu sein.

Worauf man verzichten sollte, sind auffällige Muster und dominanter Schmuck, weil das dieZuhörer von den Inhalten ablenkt.

Für den Notfall empfehle ich ein zweites Oberteil als Reserve. Nichts ist peinlicher als z.B. Kaffeeflecken und die tauchen immer dann auf, wenn man sie am wenigsten brauchen kann.

Lächeln und sich auf den Auftritt freuen

Ich habe gehört, dass schon der Weg zur Bühne und wie man diesen meistert von großer Bedeutung dafür ist, wie das Publikum einen wahrnimmt. Wie siehst Du das?

Ja! Das ist der berühmte erste Eindruck. Es ist interessant zu beobachten, wie Menschen zu einem Podium oder an ein Rednerpult gehen. Manche rennen förmlich dahin oder klammern sich an ihren Unterlagen fest und vermitteln damit den Eindruck von Unsicherheit. Andere schlendern betont langsam auf die Bühne, um zu demonstrieren, wie gelassen sie sind. Keine dieser Varianten ist ideal. Das richtige Tempo liegt irgendwo in der Mitte und vor allem sollte man sein eignes Tempo finden. Einfach normale Schritte machen, dabei lächeln und sich auf den Auftritt freuen. Und auf der Bühne empfehle ich dann den Blickkontakt mit dem Publikum zu suchen. Dann kurz innehalten und los!

Und wie bewertest Du hinsichtlich der Ausstrahlung die Körperhaltung generell?

Das ist ebenfalls sehr, sehr wichtig. Am besten steht man während des Vortrags aufrecht, aber bequem. Beide Füße ruhig und fest auf dem Boden und keine Turnübungen machen bzw. rumhampeln. Vor allem nicht am Pult festklammern, denn das wirkt sehr unsicher. Kopf aufrecht, nicht zu hoch und nicht zu tief und immer wieder den Blickkontakt zum Publikum suchen.

Oft bereitet die Stimme, wenn man auf der Bühne steht Probleme. Was rätst Du hier?

Jeder hat seine natürliche Wohlfühlstimme und diese Tonlage sollte man auch versuchen beim Vortrag zu finden. Es ist die Stimme, die man hat, wenn man mit Freunden unterwegs ist und einfach Spaß hat. Diese Tonlage sollte man auch für den Auftritt finden. Wenn die Stimme zittert, hilft es einmal tief und fest einzuatmen. Eine gute Übung im Vorfeld ist: Einen Weinkorken zwischen die Zähne nehmen und damit ein paar Minuten sprechen. Danach ist die Sprache hörbar klarer und deutlicher.

mbw-Expertentipps für den Vortrags-Text

Bevor man auf der Bühne losgehen kann, muss erstmal der Text erarbeitet werden – worin unterscheidet sich denn ein guter Vortrag vom Durchschnitt?

Ein guter Einstieg und ein guter Schluss sind schon die halbe Miete, dann klappt das meistens auch mit dem Teil dazwischen. Heute will jeder ein bisschen unterhalten werden. Darum empfehle ich, die trockensten Themen, so weit möglich, spannend aufzubereiten, mit einer kleinen Anekdote oder Bildern und Vergleichen. Wenn Zahlen im Inhalt nicht zu vermeiden sind, dann sollten diese in homöopathischer Dosis eingesetzt werden.

Und je einfacher die Sprache, je kürzer die Sätze, umso leichter behält dein Publikum das in Erinnerung, was gesagt wurde. Gezielte kleine Sprechpausen sorgen für Spannung und helfen den Zuhörerinnen und Zuhörern, das Gehörte zu verarbeiten.

Ideal ist es, wenn man es schafft, notfalls spontan vom Manuskript abzuweichen. Man kann beispielsweise auf den Vorredner eingehen oder Inhalte kürzen, wenn man merkt, dass die Leute sich langweilen und anfangen auf ihren Handys herumzuspielen.

Beim Schreiben sollte immer die Frage im Vordergrund stehen, welche Informationen die Zuhörer am Ende mitnehmen sollen. Auf mögliche kritische Fragen sollte man ich auch vorberieten.

Ein letzter guter Tipp von Dir?

Ich habe sogar noch 2 Tipps für den öffentlichen Auftritt:

  • Eine vertraute Person mitnehmen. Die Begleitung ist nicht nur zum Händchenhalten wichtig, sondern kann einen vor dem Auftritt warnen, wenn man Petersilie zwischen den Zähnen oder ein Haar irgendwo hängen hat, wo es nicht hängen soll. Außerdem gibt eine vertraute Person im Anschluss auch ein ehrliches Feedback.
  • Immer authentisch bleiben. Wenn man etwas tut oder sagt, was nicht zu einem passt, dann nehmen einem das die Leute nicht ab und man wird unglaubwürdig. Auf einen Dialekt beispielsweise kann man stolz sein. Wenn man dazu neigt, viel mit den Händen zu sprechen, dann ist das eben so.
Karen Just, Account Management, Akquise, Kommunikationstraining, Medientraining, Seminare, Training, hbw Haus der Bayerischen Wirtschaft

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